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Die Liste aller Schimmelarten ist extrem lang. Derzeit sind etwa 120.000 Arten bekannt, allerdings wird geschätzt, dass insgesamt ca. 250.000 Arten existieren.

Grundsätzlich treten Schimmelpilze überall dort auf, wo ausreichend Nahrung vorhanden ist und eine bestimmte Temperatur und Feuchtigkeit ein Wachstum zulassen. Die meisten Schimmelpilze sind eher anspruchslos und können somit an sehr vielen organischen Substanzen entstehen und wachsen.

Lebensweise

Für ein kontinuierliches Wachstum hat die Feuchtigkeit der Umgebung die wichtigste Rolle. Ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70% an der Oberfläche von Materialien steht einer Besiedlung durch einen Schimmelpilz nichts mehr im Weg. Auch die Temperatur spielt eine Rolle, diese kann aber im Durchschnitt zwischen 0°C und 60°C liegen. Weitere Faktoren, wie der ph-Wert, Licht und Sauerstoff spielen eine untergeordnete Rolle.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist der richtige Nährboden, aus dem die Pilze ihre Biomasse aufbauen. Die meisten Schimmelpilz-Gattungen bevorzugen eine s.g. saprobiontische Lebensweise. D.h. sie nehmen die Rolle des “Zersetzers” ein und bauen totes organisches Material ab. Totes organisches Material im Wohninnenraum ist beispielsweise Holz, Karton, Stoff oder Leder.

Gesundheitliche Auswirkungen

Die Konsequenzen, die eine dauerhafte und hohe Belastung von Schimmelpilzen auf die Gesundheit des Menschen haben können, werden leider oft unterschätzt. Entscheidend ist hier vor allem auch die Dosis, d.h. wie groß die Belastung durch den Schimmelpilz ist. Je höher die Belastung, desto höher das Gesundheitsrisiko.

Eine pauschale Aussage über die konkreten Gesundheitsrisiken lässt nicht treffen. Sehr häufig entstehen jedoch Allergien und Asthma. Eine Studie des Fraunhofer Institut aus 2016 belegt, dass mehr als 30% der Europäer in feuchten oder nassen Wohnungen leben. Bei den Betroffenen steigt das Risiko an Asthma zu erkranken um 40%!

Infografik

https://www.ibp.fraunhofer.de/content/dam/ibp/de/documents/Presseinformationen/16112016_PM_Literaturstudie_Schimmel/FraunhoferIBP_Infographic_MouldDampness.pdf

Studie

https://www.ibp.fraunhofer.de/content/dam/ibp/de/documents/Presseinformationen/16112016_PM_Literaturstudie_Schimmel/Mould%20and%20dampness%20in%20European%20homes%20and%20their.pdf

Dass ein direkter Zusammenhang zwischen objektiven und subjektiven Gesundheitsproblemen und mit Schimmelpilzen belasteten Räumen besteht zeigt auch die Studie von Dr. med. habil. Ulrike Diez mit dem Titel “Einfluss der Schimmelpilzbelastungen in Wohnungen auf die Gesundheit”.

(https://www.gpau.de/fileadmin/user_upload/GPA/dateien_indiziert/Sonstiges/Paed._Allerg._2-11_Umwelt.pdf)

Mykotoxine

Neben den Allergien, die provoziert werden können, kann es aber auch zu weiteren, noch ernsthafteren Erkrankungen kommen. Diese werden ausgelöst durch s.g. Mykotoxine bzw. Pilzgifte, die durch ihre toxische Wirkung gesundheitliche Schäden verursachen können.

Zu den Symptomen einer Vergiftung zählen unter anderem Kopfschmerzen, Krämpfe, Erbrechen, Durchfall, starke Hautentzündungen, aber auch Wachstumsstörungen oder eine Hemmung der Blutbildung. In besonders schlimmen Fällen und bei besonders aggressiven Pilzen kann eine Vergiftung auch tödlich enden.

Häufig vorkommende Gattungen

Die Schimmelpilze können in verschiedene Gattungen unterteilt werden. Die wichtigsten Gattungen der im Wohnraum vorkommenden Schimmelpilzen sind im Folgenden aufgeführt:

  • Alternaria
  • Aspergillus
  • Cladosporium
  • Eurotium
  • Wallemia
  • Penicillium
  • Stachybotrys

Mietminderung bei Schimmel

Schimmel in der Wohnung stellt einen Mietmangel dar. Ob Mieter ihre Miete deshalb kürzen können, hängt jedoch davon ab, wer Schuld an der Entstehung des Schimmels trägt. Ist der Schimmel zum Beispiel als Folge einer unsachgemäßen Bausanierung entstanden, liegt die Verantwortung beim Vermieter und die Miete kann herabgesetzt werden. Die Höhe der Minderung hängt immer von der Schwere und Dauer des Mangels ab: Sie kann im Extremfall von 1% bis 100% betragen. Mietrechtsanwälte können Laien bei der Festsetzung einer angemessenen Minderungsquote unterstützen. Mehr Informationen hierzu finden Sie auf Mieterengel.de.