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Schwarzer Schimmel – Alle Informationen

Schwarzer Schimmel – Der gefährlichste Schimmelpilz

 

Was ist schwarzer Schimmel?

Gefürchtet, gefährlich, giftig – Wenn Schwarzschimmel bei Ihnen alle Alarmglocken auslöst, dann zurecht. Von den 100 000 bekannten Arten ist Schwarzschimmel bei weitem der gefährlichste Schimmel. Schwarzer Schimmel (Aspergillus niger), oder auch Gießkannenschimmel genannt, gehört zur Familie der Trichocomaceaeund zeichnet sich durch seine besonders dunkle Färbung und, je nach Unterart, schleimige, pudrige oder trockene Konsistenz aus. Dabei gibt es nicht „den einen“ Schwarzschimmel, sondern etwa 40 verschiedene Schimmelpilzarten, die alle unter dem Namen „Schwarzschimmel“ zusammengefasst beschrieben werden. Viele Schimmelpilzarten bilden nach dem Auskeimen zunächst ein weißes Mycel (Gesamtheit aller fadenförmigen Zellen). Mit fortschreitender Reifung bilden sie Sporen aus, die dunkler gefärbt sind. Weißer Schimmel kann, wenn er lange unentdeckt bleibt, sich also durch eine Farbänderung seines Fruchtkörpers in schwarzen Schimmel verwandeln. Besonders anschaulich wird der Vorgang auf verdorbenen Lebensmitteln. Schwarzschimmel muss darüber hinaus nicht unweigerlich komplett schwarz aussehen. Er kann auch grünliche oder schwarz-graue Färbungen aufweisen. Falls er relativ versteckt wachsen sollte, macht er sich durch einen unangenehm modrig-muffigen Geruch bemerkbar, der sich im Laufe der Zeit zunehmend intensiviert.

Schwarzer Schimmel Ursachen

Schimmel bevorzugt bekanntlich ein feuchtes Milieu. Schwarzschimmel ist seinen Verwandten im Schimmelpilzkreis da nicht unähnlich, auch er fühlt sich in einer warmen, feucht-schwülen Umgebung am meisten wohl. Je mehr Nässe vorhanden ist, desto günstiger ist seine Ausbreitung. Im Gegensatz zu seinen Verwandten ist Schwarzschimmel dabei nicht besonders sensibel bezüglich der Temperatur und hat daher ein relatives breites Temperaturspektrum für sein Wachstum. Schon bei Temperaturen um die 6°C fängt er an zu wachsen und lässt sich auch nicht von tropischen Temperaturen von 45°C aufhalten. Da er sowohl in alkalischer, als auch in saurer Umgebung wachsen kann, ist er weit verbreitet.

Schwarzer Schimmel in der Wohnung

Innerhalb des Wohnraums taucht der schwarze Schimmel auf den unterschiedlichsten Oberflächen auf. Schwarzschimmel bevorzugt dabei Flächen mit einem hohen Zelluloseanteil, welches er für sein Wachstum benötigt. Dementsprechend gefährdet sind ungünstig gelagerte Lebensmittel wie Getreide, Gemüse oder Obst. Sind gute Wachstumsbedingungen vorhanden wächst der Schimmel aber auch auf anderen Oberflächen die Zellulose enthalten, wie beispielsweise auf Tapeten, Holz, Faser-, Gipsplatten oder Büchern und Kartons. 

Schwarzer Schimmel und Gesundheit – Toxizität und Symptome

Schwarzschimmel gilt als die aggressivste und überlebensfähigste Form der bekannten Schimmelpilzarten. Forschungen unterscheiden zwischen 200 unterschiedlichen Schimmelpilzgiften (Mykotoxine), wobei der Schwarzschimmel die meisten Gifte aufweist. Entdecken Sie schwarzen Schimmel bei sich zuhause, sollten Sie in erster Linie nicht in Panik geraten. Für die meisten gesunden Menschen besteht durch den Schwarzschimmel keine direkte Gefahr. Dies heißt im Umkehrschluss natürlich nicht, dass der Schimmel nicht sofort beseitigt werden sollte. Leben im Haushalt jedoch Senioren und Kinder oder sensibilisierte Menschen, die eine asthmatische Vorerkrankung oder anderweitig immungeschwächt sind, kann schon einige geringe Schwarzschimmelbelastung bestimmte Symptome, wie allergische Reaktionen, Atemnot, Erkrankungen der Herzinnenhaut und Nieren, auslösen. Die toxinhaltigen Substanzen (Mykotoxine) des Aspergillus niger, auf die der Organismus besonders empfindlich reagiert, nennen sich Kojisäure und Ochratoxin.

  • Alternaria alternarta– Der Gewitterpilz

Wenn Sie von der besonderen Giftigkeit des Schwarzschimmels gehört haben, dann ist vermutlich von Alternaria alternatadie Rede gewesen. Diese Schimmelpilzart ist auch bekannt als der Gewitterpilz, weil besonders hohe Konzentrationen nach Gewittern und bei feuchtem Wetter auftreten. Meist wachsen Sie auf verrottenden Pflanzenteilen, können dann aber ähnlich wie Pollen viele Kilometer weitergetragen werden. Ca. 10 Prozent der saisonalen Allergiker reagieren auch auf Sporen der Alternaria alternata.   Sie gehört zwar zu einer anderen Gattung alsAspergillus nigerist jedoch auch ein Repräsentant des Schwarzschimmels. Diese Art wird als besonders toxisch eingestuft, ist aber eher selten in Wohnräumen vorzufinden. Es synthetisiert Gifte wie Alterniol und Tenuazonsäure, die sogar ohne direkten Kontakt Krankheitssymptome auslösen können. Die Sensibilisierung gegenüber Alternaria wird als der Haupt-Risikofaktor für die Entstehung, Persistenz und Intensivierung von Asthma betrachtet. Studien lassen darüber hinaus vermuten, dass die Alternaria Sensibilisierung mitunter zu lebensbedrohlichem Asthma führen kann. Auch chronische Entzündungen der Schleimhäute werden durch Alternaria Sensibilisierung begünstigt.

  • Stachybotrys chartarum– Der zelluloseabbauende Schimmelpilz

Die zelluloseabbauende Schimmelpilzart Stachybotrys chartarumist ein weiterer Vertreter des Schwarzschimmels. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sporen dieser Art in den Wohnraum gelangen ist eher gering, da Mykologen und Schimmelpilz-Gutachter den Stachybotrys-Sporen „schlechte Flugfähigkeit“ anrechnen. Ist man jedoch den Sporen trotzdem über einen längeren Zeitraum ausgesetzt, können neben Allergien und Befindlichkeitsstörungen, entzündliche und blutende Lungenerkrankungen bei Säuglingen, Herzrhythmusstörungen oder im schlimmsten Fall eine Stachybotryose Erkrankung auftreten. Stachybotryose ähnelt stark den Symptomen von Alzheimer. So kann der Verlust von logischem Denkvermögen und Gedächtnisinhalten die Folge einer Infektion mit Stachybotrys sein. Experten vermuten, dass ungünstige Umweltbedingungen, wie ein Schimmelbefall im Wohnraum, die genetisch fixierte Krankheit zum Ausbruch bringen können. Alzheimer kann bei bereits erkrankten Menschen durch den Kontakt mit Schimmelsporen verschlimmert werden.

Schwarzschimmel entfernen – Welche Maßnahmen bekämpfen den Schimmel?

Bevor Sie schwere Geschütze gegen den Schwarzschimmel auffahren, sollten Sie durch einen Schimmeltest mit anschließender Laboruntersuchung feststellen lassen, mit welcher Schimmelart Sie es in Ihrem Wohnraum eigentlich zu tun haben. Handelt es sich bei dem Schwarzschimmel um die gefährliche Form Alternaria, empfiehlt sich eine Schimmelpilzbeseitigung durch den Fachmann. Bei eigenständigem Entfernen des Schimmels muss unbedingt auf Schutzkleidung geachtet werden. Vor der Behandlung des Schimmels wird häufig ein Abbürsten der betroffenen Stelle empfohlen. Bei Schwarzschimmel sollten Sie besser darauf verzichten, um die Mykotoxine nicht aufzuwirbeln und in der Raumluft zu verteilen. Die Verwendung von Hausmitteln wird bei Schwarzschimmel abgeraten. Essig ist zwar als Allzweckreiniger bekannt und wird besonders für die schnelle Beseitigung von Schimmel gern genutzt, ist jedoch als langfristige Lösung – besonders wenn das Lüft -und Heizverhalten nicht regelmäßig ist – eher ungeeignet. Essig beseitigt zunächst zuverlässig den Schimmel, hinterlässt jedoch einen Film, der als Nährboden für neuen Schwarzschimmel fungiert. Dieser Schwarzschimmel ist dann besonders resistent. Bei der Entfernung des Schimmels lohnt es sich, nicht auf Säurebasis, sondern auf Chlorbasis zu arbeiten. Hier ist Vorsicht angesagt! Das Arbeiten mit Chlor bzw. Chlorbleiche erfordert das Tragen von Schutzkleidung und eine ausreichende Belüftung des betroffenen Raumes. Besprühen Sie die infizierte Stelle großzügig mit Chlorbleiche und lassen Sie es für ca. 30 Minuten einwirken. Je nach behandeltem Untergrund können Sie das Mittel auch mit einem Schwamm einnässen. Anschließend können Sie den Schimmel mit einem Lappen abtragen. Entsorgen Sie alle verwendeten Hilfsmittel und lüften Sie den Raum ausgiebig weiter.