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Schimmelentferner und Schimmelsprays

Anti Schimmelsprays und Anti Schimmel Farbe

In einem einzigen Kubikmeter Innenluft befinden sich 100 bis 1000 Schimmelsporen und in der Außenluft je nach Jahreszeit und Vegetationsperiode mehr als 10 000 Sporen pro Kubikmeter. Es gibt kaum einen Ort, der vollkommen schimmelfrei ist. Schimmelpilze gehören zu unserem Leben dazu. Die meisten gesunden Menschen brauchen die Schimmelpilze nicht zu fürchten. Sind jedoch Tapeten oder Wände zuhause mit Schimmel befallen, dann kann der permanent nahe Kontakt dazu führen, dass Schimmelpilze auch bei gesunden Menschen Allergien und Atembeschwerden auslösen. Senioren, Kinder und Asthmatiker sind bei einem Schimmelbefall in der Wohnung besonders gefährdet.

Wird Schimmel in der Wohnung entdeckt, sollte er also schnell und effektiv bekämpft werden, um die eigene Gesundheit nicht zu gefährden. Oberflächlich sitzender Schimmel lässt sich mit Hausmitteln wie Isopropylalkohol, Essig oder Backpulver gut bekämpfen. Tiefsitzender Schimmel kann jedoch meist nur mit Antischimmelsprays aus dem Baumarkt behandelt werden. Behandeln Sie den Schimmel nur selbst, wenn der häusliche Schimmelbefall weniger als 0,5 m2 beträgt. Ist die schimmelinfizierte Fläche größer, sollten Sie Ihren Vermieter informieren. Er kann einen Sachverständigen beauftragen, der zunächst die Ursache für die Schimmelbildung ermittelt. Nach Absprache kann eine fachgerechte Sanierung durch den Handwerker erfolgen. Sobald der Schimmel entfernt ist, lohnt sich gegebenenfalls der Einsatz von Antischimmelfarbe, um einem erneuten Schimmelbefall vorzubeugen.

Wenn Sie im Baumarkt den Bereich mit Schimmelentfernern erstmal entdeckt haben, dann haben Sie die Qual der Wahl. Jeder Anbieter wirbt mit unterschiedlichen Wirkstoffen. Hier erfahren Sie welche verschiedenen Antischimmelsprays und Antischimmelfarben Sie im Handel finden und welche sich gegen Schimmel bewährt haben.

 

Anti Schimmel Spray zur Schimmelentfernung

Mit Anti Schimmel Sprays lässt sich der Schimmel schnell und leicht eindämmen. Sie sind einfach in der Anwendung und erreichen auch schwer erreichbare Stellen ohne Probleme. Viele Schimmelsprays entfernen nicht nur den Schimmelpilz zuverlässig, sondern wirken auch prophylaktisch gegen neuen Schimmelbefall. Darüber hinaus sind sie meist auch gegen andere Störenfriede im Haus wie Stockflecken, Bakterien und Algen wirksam.

 

Schimmelsprays mit Chlor

Die meisten Schimmelsprays im Baumarkt enthalten Aktiv-Chlor. Es bezeichnet in der Regel Chlor, Natriumhypochlorit-Lösungen, Chloramine oder andere Chlor abspaltende Verbindungen. Chlorhaltige Schimmelsprays wirken schnell, effizient und meist auch dauerhaft gegen Schimmelbefall. Das Element Chlor zerstört mittels Oxidierung die Zellwände von Schimmelpilzen und ist sogar in der Lage das Myzel, welches aus den Sporen entsteht, abzutöten. Meist hilft schon eine einmalige Anwendung, um den Schimmel zu beseitigen. Da Chlor keimtötende Eigenschaften hat, wird es auch als Desinfektionsmittel verwendet.

Bei der Verwendung eines Antischimmelsprays mit Chlor muss bedacht werden, dass das Element auf der Haut Reizungen verursachen kann und dass die Chlordämpfe die Atemwege extrem reizen können. Tragen Sie bei der Schimmelbehandlung mit Chlor immer Atemschutz und Schutzhandschuhe. Chlorgase gelten darüber hinaus als hochexplosiv. Eine Verbindung mit Sauerstoff und offenem Feuer kann zu einer Verpuffung bzw. einer Explosion führen. Hierfür reicht bereits eine Funkenbildung aus. Verwenden Sie chlorhaltige Antischimmelsprays niemals mit anderen Reinigungsmitteln und achten Sie während und nach der Behandlung auf eine ausgiebige Lüftung. Chlor eignet sich zur Anwendung auf mineralischen Untergründen, wie Fliesen, Beton und Putz. Auf Holz und Textilien kann es jedoch unschöne Flecken hinterlassen. Testen Sie vor der eigentlichen Anwendung an einer verdeckten Stelle, ob das Spray den Untergrund nicht verbleicht.

 

Schimmelsprays mit Alkohol und Kalk

Wer Schimmelsprays mit Aktiv-Chlor als zu chemisch betrachtet, kann auf Schimmelmittel mit Alkohol und Kalk zurückgreifen. Dieses Kombipräparat ist einfach anzuwenden und kann sowohl im Akutfall als auch vorbeugend eingesetzt werden. Schimmelsprays mit Alkohol und Kalk wirken zweistufig. Der Alkohol entzieht dem Schimmel zunächst die Lebensgrundlage – das Wasser – sodass die Zellen absterben. Anschließend setzt sich der in kleinsten Partikeln vorliegende Kalk auf der behandelten Oberfläche fest und dringt tief in den Untergrund ein. Der pH- Wert im behandelten Material wird dadurch so stark erhöht, dass dort ein dauerhaft alkalisches und damit schimmelfeindliches Milieu entsteht. Antischimmelsprays mit Alkohol und Kalk sind für die Behandlung mineralischer Untergründe geeignet. Die Verwendung dieses Antischimmelsprays ist relativ unbedenklich, da der Kalk ein biologischer Stoff ist und der Alkohol verdunstet. Chemikalien werden hier also nicht verwendet. Eine gewisse Gefahr geht vom Alkohol aus, da er sich an einer offenen Flame leicht entzünden kann. Rauchen Sie daher nicht in dem behandeltem Raum und lüften Sie nach der Anwendung des Mittels ausgiebig. Lassen Sie das Spray nach dem Aufsprühen mindestens 15 Minuten lang einwirken. Da Alkohol sich schnell verflüchtigt, ist die Oberfläche bereits nach kurzer Zeit nicht mehr nass. Nach dem Abtrocknen können Sie die abgetrockneten Pilzfragmente entfernen. Zum Ablösen des Schimmels eignet sich ein Stahlschwamm. Ein erneutes Aufsprühen des Schimmelsprays stellt sicher, dass der Wirkstoff auch tief in den Untergrund gelangt.

 

Schimmelsprays mit Ammoniumverbindungen

Schimmelentferner mit quaternären Ammoniumverbindungen werden aufgrund ihrer Desinfektionswirkung zu den Bioziden gezählt. Sie enthalten als Wirkstoff meist Benzalkoniumchlorid oder Didecylmethylammoniumchlorid und wirken direkt auf die Schimmelsporen ein. Biozidhaltige Schimmelsprays sind besonders für empfindliche Oberflächen, wie Tapeten, Holz, Putz, Leder und Textilien geeignet, da sie nicht bleichend wirken. Um sicherzugehen, sollten Sie das Schimmelspray vor der Anwendung an einer uneinsichtigen Stelle testen. Die Wirkstoffe sind weniger aggressiv als beispielsweise chlorhaltige Mittel und hinterlassen keinen unangenehmen Geruch.

Biozidhaltige Sprays finden oft in Krankenhäusern oder in der Lebensmittelverarbeitung Verwendung, da sie auch als Schimmelprophylaxe genutzt werden können. Tragen Sie biozidhaltige Antischimmelsprays zur Vorbeugung auf schimmelanfällige Stellen in Ihrer Wohnung oder auf typischen Wärmebrücken – wie Fenstern, hinter Möbeln, Wandverkleidungen und Bildern – auf. Manche Schimmelsprays mit quaternären Ammoniumverbindungen können vor dem Streichen auch als Zusatz in die Wandfarbe gemischt werden.

 

Schimmelsprays mit Wasserstoffperoxid

Das in der Werbesprache häufig verwendete Kunstwort „Aktiv-Sauerstoff“ bezeichnet nichts anderes als Wasserstoffperoxid und wasserstoffperoxidhaltige Bleichmittel. Wasserstoffperoxid wirkt rasch, zuverlässig und langanhaltend gegen Schimmelpilze und Keime bei gleichzeitig einfacher und relativ sicherer Handhabung. Es zerfällt bei Kontakt mit UV-Strahlung praktisch vollständig zu Wasser und Sauerstoff und hinterlässt keine Gesundheit beeinträchtigenden Rückstände. Daher werden Antischimmelsprays mit Wasserstoffperoxid gerne in Schlaf- und Kinderzimmern angewendet. Es ist ein starkes Oxidationsmittel und daher zur Desinfektion besonders gut geeignet. Aktiv-Sauerstoff tötet dabei nicht nur den Schimmelpilz, sondern auch seinen Fruchtkörper zuverlässig ab, sodass der Schimmel nicht wiederkehren kann. Da der Wirkstoff einen Bleicheffekt aufweist, sollten Sie das Mittel vor der Anwendung an einer verdeckten Stelle testen. Um die Wirkung des Wasserstoffperoxids zu maximieren wird ihm in manchen Antischimmelsprays Silber zugesetzt. Silber hat eine lang andauernde, konservierende und bakteriostatische Wirkung. Die Silberionen wirken gegen Bakterien und andere Mikroorganismen, indem sie deren Zellteilung unterbinden, wodurch die Zellen abgetötet werden können.

 

Allgemeine Sicherheitshinweise

Werden Schimmelsprays sachgemäß angewendet muss kaum mit Nebenwirkungen gerechnet werden. Schimmelsprays sind aber keine gewöhnlichen Reinigungsmittel und sollten daher nicht mit Leichtigkeit verwendet werden. Lesen Sie vor der Anwendung jeglicher Schimmelsprays die Sicherheitshinweise und folgen Sie der Gebrauchsanleitung genau. Sorgen Sie während der Behandlung für ausreichend Belüftung indem Sie die Fenster in dem schimmelinfizierten Raum weit öffnen. Falls Sie eine farbige oder empfindliche Fläche behandeln wollen, sollten Sie an einer verdeckten Stelle zunächst die Reaktionsweise überprüfen, um ein Bleichen von farbigen Wänden oder Tapeten zu vermeiden. Decken Sie auch die Umgebung der betroffenen Fläche und unmittelbar im Umfeld stehende Möbel mit einer Folie oder einem Tuch ab, da Sprühnebel und Spritzer diese Flächen eventuell ausbleichen könnten. Senioren, Kinder oder immungeschwächte Personen sollten sich bei der Schimmelpilzbehandlung nicht in unmittelbarer Nähe befinden.

Tragen Sie Schutzkleidung (Mundschutz, Schutzbrille, Handschuhe, evt. Einwegoverall) zu Ihrer eignen Sicherheit. Falls Sie keine Schutzkleidung zur Verfügung haben, dann wenden Sie beim Aufsprühen des Schimmelentferners den Kopf ab. Lassen Sie die Inhaltsstoffe einige Zeit einwirken und wiederholen Sie den Vorgang bei Bedarf. Lüften Sie anschließend den Raum ausgiebig weiter und entsorgen Sie alle verwendeten Utensilien wie Putzlappen, Mundschutz etc. Nehmen Sie anschließend eine Dusche, um mögliche Schimmelsporen, die während der Behandlung aufgewirbelt sind, von Ihrer Haut zu entfernen.

Nutzen Sie Schimmelentferner niemals mit anderen Mitteln zusammen. Chemikalien, die nicht für die gemeinsame Nutzung gedacht sind, können giftige Gase und explosive Mischungen entstehen lassen. Falls ein Schimmelspray nicht überzeugt und Sie auf einen anderen Wirkstoff umsteigen möchten, dann warten Sie mindestens drei Tage vor Nutzung des neuen Mittels.

 

Antischimmelfarbe zur Schimmelprophylaxe

Forscher haben festgestellt, dass Schimmelsporen, die eine Schimmelbehandlung überlebt haben über Jahre inaktiv sein können und aktiv werden, sobald bessere Lebensbedingungen vorhanden sind. Damit sich Schimmelflecken nicht erneut ausbreiten, sollten Wände trocken und warmgehalten werden. Manche Bereiche können aufgrund von Fehlern in der Baukonstruktion auch bei ausreichender Lüftung und Heizung nicht trocken gehalten werden. Andere Räume, wie z.B. das Badezimmer, die Küche oder der Keller weisen wiederum aufgrund ihrer Funktion eine kontinuierlich hohe Luftfeuchtigkeit auf. Zur Vorbeugung eines Schimmelbefalls in diesen Räumen kann Antischimmelfarbe verwendet werden.

Um die Schimmelbildung zusätzlich zu unterbinden, können Sie vor dem Anstreichen der Wand mit Anti Schimmel Farbe statt einer normalen Grundierung eine Schimmelgrundierung verwenden. Sie kann sowohl zur Schimmelvorbeugung als auch zur Bekämpfung von bestehendem Schimmel eingesetzt werden. Die meisten Schimmelgrundierungen eignen sich für Untergründe aus Beton, Mörtel, Putz, Holzfaser- und Gipsplatten. Manche Grundierungen lassen sich sogar auf feuchten Oberflächen auftragen.

Meistens handelt es sich bei „Anti Schimmel Farben“ um Dispersionsfarben, denen pilzabtötende Konservierungsstoffe (Fungizide, Biozide) hinzugefügt worden sind. Diese Konservierungsstoffe werden von der Farbe kontinuierlich abgegeben, sodass Schimmel sich nicht ansiedeln kann. Da die Konservierungsstoffe kontinuierlich abgegeben werden, verlieren viele Antischimmelfarben bereits nach kurzer Zeit ihre schützende Wirkung und Schimmel kann sich auf den Flächen wieder ansiedeln.

Aktuell liegen Mineralfarben im Trend, da sie als ökologisch und gesundheitlich bessere Alternative zur Schimmelvorbeugung betrachtet werden. Kalkfarben und Silikatfarben gehören zu den bekanntesten Vertretern dieser Anstrichsorte.

 

Kalkfarben

Kalk gilt als einer der ältesten Anstrichstoffe der Menschheit. Die desinfizierende Wirkung von Kalkanstrichen war bereits den alten Römern bekannt. Zunächst wurde das Material nur für religiöse und kultische Zwecke verwendet, bevor es schließlich Einzug in die Architektur erhielt und zu einem der weit verbreitetsten und beliebtesten Anstrichmitteln im Innen- und Außenbereich wurde. Seit einigen Jahren wird er wieder vermehrt im Zuge des wohngesunden Bauens eingesetzt, da der Einsatz von Kalkfarben für ein gesundes Wohnklima sorgt, das von einer gleichbleibenden, relativ niedrigen Luftfeuchtigkeit profitiert. Reine Kalkfarben weisen einen pH-Wert zwischen 11 und 13 auf – hervorgerufen durch Hydroxidionen OH- des Calciumhydroxids – womit sie als „stark basisch“ oder „stark alkalisch“ eingestuft werden. Dadurch wirken sie pilztötend und geruchsabsorbierend. Aufgrund ihrer Diffusionsoffenheit (atmungsaktiv) können sie die aufgenommene Raumluftfeuchtigkeit leicht wieder abgeben. Die Diffusionsfähigkeit unterstützt ein angenehmes Raumklima. Durch seinen porösen Charakter leitet Kalk Wasser durch die Poren ab, wodurch Schimmelbildung verhindert wird. Die Kapillarität der Kalkfarbe lässt zudem die Wand schneller austrocken, dies sorgt für bessere Dämmwerte und niedrigere Heizkosten im Winter.

Meist basieren Kalkanstriche auf Sumpfkalk oder pulverförmigem Kalkhydrat. Die Kalkfarbe bindet sich durch Carbonatisierung an den Untergrund. Das Calciumhydroxid nimmt Kohlenstoffdioxid aus der Luft auf und gibt Wasser ab, dabei reagiert es zu Calciumcarbonat (CaCO3), also Kalkstein. Wichtig für die Verarbeitung ist das Vor- und Nachnässen der Wände.

Kalkanstriche wirken nach dem Anstrich nicht so homogen wie Dispersionsfarben, sondern eher etwas wolkig. Dies verleiht kalkgestrichenen Flächen einen rustikalen Charakter. Kalkfarben halten darüber hinaus nicht auf vielen Untergründen. Optimal sind mineralische Untergründe wie Beton, Kalksandstein, Kalk- oder Lehmputz. Eine Überarbeitung von Kalkanstrichen mit andersartigen Produkten ist nicht möglich. Bevor mit einer Dispersionsfarbe überstrichen wird, muss die Kalkfarbe komplett entfernt werden. Da Kalk nicht witterungsbeständig ist, sind für den Außenbereich Produkte auf Silikatbasis besser geeignet.

 

Silikatfarben

Farben auf Silikatbasis (auch als Keimfarbe bekannt) verwenden als mineralisches Bindemittel Kalikumsilikat. Er verklebt nicht mit dem Untergrund, sondern reagiert chemisch mit ihm, sodass er sich dauerhaft an ihn bindet (Verkieselung). Antischimmelfarben auf Silikatbasis eignen sich nur für ausschließlich mineralische Oberflächen, da eine solch chemische Anbindungsreaktion nur mit alkalischen Stoffen, wie Beton, Gips, kalkhaltigen Untergründen, möglich ist. Ökologisch überzeugen Silikatfarben, da sie einen kompletten Verzicht von Lösungsmitteln, Weichmachern und Konservierungsstoffe ermöglichen. Daher ist diese Mineralfarbenart besonders für Allergiker geeignet. Silikatfarbe gilt als atmungsaktiv, reinigungsfähig sowie als wisch- und wetterbeständig. Reine Silikatfarbe ist jedoch nicht im Baumarkt erhältlich, sondern muss bei einem Fachhändler gemischt werden. Da sich Silikatfarbe nicht lagern lässt, sollten Sie die Farbe innerhalb eines Tages verbrauchen. Um die Verarbeitung von Silikatfarben zu vereinfachen, werden ihnen oft kunststoffhaltige Bindemittel zugefügt. Dadurch lässt sich die Silikatfarbe zwar wie eine normale Farbe streichen, die Farbe wird jedoch weniger alkalisch und damit weniger pilztötend. Die Kunststoffanteile könnten sogar als Nährboden für Schimmelpilze fungieren. Von Silikat-Dispersionsfarben raten Sanierungsexperten daher ab.

Beschichtungen mit Kalk oder Silikat sollten dick aufgetragen werden. Je dicker die Beschichtung, desto besser die Anti-Schimmel-Wirkung.

Blinde Passagiere 

Forscher berichteten im Fachmagazin „mSphere“, dass Schimmelpilze nicht einmal vor der Internationalen Raumstation ISS halt machen. Dort konnten rund 200 Bakterien- und Pilzisolate nachgewiesen werden, darunter auch der als höchst gefährlich geltende Aspergillus fumigatus. Sie wuchsen auch bei schwerelosen Bedingungen genauso schnell und waren genauso stressresistent wie ihre terrestrischen Verwandten. Schimmelpilze finden, wie man sieht, immer ein Schlupfloch. Antischimmelsprays und Antischimmelfarben können prophylaktisch gegen einen erneuten Schimmelbefall wirken. Ohne eine Ursachenbekämpfung des Schimmelbefalls bringt die Verwendung des Schimmelmittels nichts, der Schimmel wird immer wieder seinen Weg zurückfinden. Wurde der Schimmel durch einen Feuchteschaden ausgelöst, dann hilft langfristig gesehen nur eine Sanierung des entsprechenden Bereiches. Zur erfolgreichen Schimmelvorbeugung sollte zunächst das Lüftungs- und Heizverhalten optimiert werden. Achten Sie dabei auch auf die Anpassung an die Sommer- und Wintermonate. Antischimmelsprays und Antischimmelfarben können Sie dann beim Kampf gegen den Schimmel effektiv unterstützen.

Schimmel am Fenster

Obwohl oder gerade weil man tagtäglich durch sie hindurchblickt und sie meist ebenso oft benutzt, werden die häuslichen Fenster von den meisten Menschen nur unbewusst wahrgenommen. Dementsprechend fallen auch Schimmelpilze an dieser Stelle häufig erst sehr spät auf.  Einbruchgefahr, Zugluft, hoher Energieverbrauch – Fenster und Fenstertüren gelten nicht zu Unrecht als die größten Schwachstellen des Hauses. Kein Wunder, dass auch der Schimmel sich gern Fenster und die umliegenden Bereiche als Siedlungs- und Wachstumsort aussucht.

 

5 Ursachen für Schimmel am Fenster

Das Wissen um die Ursachen von Schimmel kann hilfreich sein, um einen Schimmelbefall in der Zukunft zu vermeiden. Dabei sind die Ursachen ebenso unterschiedlich wie die entsprechenden Maßnahmen, die zur Entfernung ergriffen werden können.

Falsches Lüftungsverhalten und Wärmebrücken

Insbesondere in den Wintermonaten ist das Risiko eines Schimmelbefalls am Fenster sehr hoch. Um keine Wärme zu verlieren und die Räume angenehm warm zu belassen, werden in den kalten Wintertagen die Fenster nur ungern geöffnet. Feuchtigkeit, welche in den Räumen durch den Menschen selbst und die Nutzung des Wohnraumes entsteht, hat somit keine Möglichkeit zu entweichen und setzt sich aufgrund der Thermophorese an den kältesten Stellen im Wohnraum ab. Diese kalten Stellen weisen im Vergleich zu den anliegenden Bauteilen eine höhere Wärmestromdichte auf, wodurch nicht nur Wärmeverluste stattfinden, sondern auch die Oberflächentemperatur des umgebenden Baubereichs reduziert wird. Eine Unterschreitung der Taupunkttemperatur führt dazu, dass die Raumluftfeuchtigkeit an der Stelle niederschlägt, sodass Kondenswasser entsteht und die Entstehung von Schimmel begünstigt wird. Bei der Konstruktion eines Gebäudes lässt es sich nicht vermeiden, dass Bauteile ineinander übergehen. Materialien mit hoher und niedriger Wärmeleitfähigkeit werden zusammengebaut, wobei Planungsmängel zu ungedämmten Sturzträgern über Fenster und Türen führen können. Baufehler, wie ein mangelhafter Anschluss zwischen Außenwand und Fenster, ermöglichen zudem ausführungsbedingte Wärmebrücken.

Das gekippte Fenster

Frostige Außentemperaturen veranlassen Mieter dazu ihren Wohnraum durch gekippte Fenster zu lüften („Spaltlüftung“). Die Luftaustauschbilanz zeigt, dass eine Spaltlüftung nur etwas 10% des Luftwechsels einer Stoßlüftung erreicht. Bei dieser Lüftungsalternative bleiben die Fenster oft sehr lange in der Kippstellung, wodurch nicht nur ein hoher Energieverlust stattfindet, sondern auch die Fensterlaibungen deutlich auskühlen. Dies führt zu einer Taupunktunterschreitung und ermöglicht Schimmelbildung. Eine solch spürbare Entwärmung der Umfassungsflächen findet bei einer Stoßlüftung nicht statt. Nicht nur Fensterlaibungen kühlen durch die Spaltlüftung aus, sondern auch die Zwischenräume des Fensters. Auch in denen kann sich die warme Innenluft dann absetzen und Schimmel bilden.

 

Sanierung

Phänomen Schwarze Wohnung

Der erste Gedanke, wenn man dunkle schmierige Flecken an Wand oder Fensterlaibung/-sturz entdeckt ist sehr wahrscheinlich: „Das ist Schimmel.“ Meist ist die Feststellung auch richtig, aber zur richtigen Behandlung des Problems muss besonders im Winter Fogging ausgeschlossen werden. Fogging beschreibt das Phänomen einer zeitlich erheblich beschleunigten Schwarzstaubablagerung über Wände, Fensterrahmen und Einrichtungen. Das Phänomen tritt verstärkt in den Wintermonaten auf und betrifft meist Wohnungen, die erst kürzlich renoviert oder errichtet worden sind. Da Schimmelpilze bei ähnlichen Konditionen auftreten, muss zunächst geklärt werden, ob es sich bei den schmierigen Ablagerungen um Fogging oder Schimmel handelt.

Nach Erkenntnissen des Umweltbundesamtes (UBA) müssen mehrere Faktoren zusammentreffen, um den Fogging Effekt auszulösen. Experten identifizierten schwerflüchtige Kohlenwasserstoffverbindungen (SVOC) aus Teppichböden, Tapeten, Farben, Lacken, Klebern oder aus Kunststoffoberflächen von Möbeln als Verursacher von Fogging. Diese SVOC aus Baustoffen dampfen im Winter langsam aus, verbinden sich mit Staubteilchen aus der Luft und setzen sich an kalten oder elektrostatisch geladenen Flächen ab. Vor allem Weichmacherverbindungen aus der Gruppe der Phthalate werden verdächtigt für die Ablagerungen verantwortlich zu sein. Da Neubauten mittlerweile wärmeisoliert gebaut werden, können die Weichmacher durch Undichtigkeiten nicht entweichen. Wenn im Winter zudem noch weniger gelüftet wird, dann steigt die SVOC-Konzentration in der Innenraumluft an und das Fogging-Phänomen tritt verstärkt auf. Eine Gesundheitsgefahr ist laut dem UBA noch nicht festgestellt worden, wodurch Fogging in erster Linie als ein „ästhetisches Problem“ angesehen wird.

Fogging bildet sich im Unterschied zu Schimmel sehr schnell, oft innerhalb von ein paar Stunden oder über Nacht. Schimmel hingegen breitet sich langsamer aus. Darüber hinaus ist der Schwarzstaub geruchlos und ungiftig, während die Pilzsporen einen modrigen Geruch verursachen und gesundheitsschädlich sind. Da sich die SVOC Partikel aufgrund der Thermoporese an kalten Stellen abscheiden, können die dunklen Schattierungen als Vorboten für einen Schimmelbefall angesehen werden.

Definition Thermoporese: Bezeichnet die Bewegung von Teilchen aufgrund eines Temperaturgradienten innerhalb eines Fluids. In den meisten Fällen erfolgt die Bewegung von heiß nach kalt, jedoch ist, abhängig von der Art der Teilchen und des Fluids, auch eine Bewegung zur heißeren Region möglich.

 

Neue Fenster

Schimmel nach dem Fenstertausch, damit rechnet zunächst niemand – Beim Austausch alter Fenster mit oft hoher Fugendurchlässigkeit gegen neue besser isolierende Fenster, kann es bei der Altbausanierung zu einer ungünstigen Verschiebung des Taupunktes und Schimmelbildung kommen. Werden die neuen Fenster zusätzlich mit Dichtbändern, Kompribändern oder PU-Schaum ordnungsgemäß eingebaut, dann sind auch die Anschlussfugen am Mauerwerk äußerst dicht. Die Wärme wird dann durch die Wärmebrücke im Laibungsbereich an den gut isolierten Fenstern vorbeigeleitet und kondensiert dann dort, wo kein Wärmeschutz angebracht ist.

Alte Fenster sind zwar weniger energieeffizient, die kleinen Undichtigkeiten ermöglichten jedoch eine Zwangsbelüftung, welche bei den neuen dichten Fenstern nicht mehr gegeben ist. Der Luftaustausch in den Innenräumen reduziert sich bei gut isolierenden Fenstern um den Faktor 10. Der eingeschränkte Luftaustausch erschwert die Trocknung feuchter Wandflächen.

Trockenes Glas, feuchter Falz – Schimmel zwischen Fenster und Rahmen

Würden Fensterflügel und Fensterrahmen dumpf aufeinanderstoßen, dann führt das zu einem Spalt, welcher Zugluft ermöglicht und Wärmeenergie entweichen lässt. Um dies zu umgehen, werden Rahmen und Flügel eines Fensters mit einem Falz versehen, sodass die Enden überlappen und die Profilteile ineinandergreifen. Einer der häufigsten Schadensfälle im Fensterbau ist der Schimmelpilz im Falz. Interessanterweise spielt die Luftfeuchtigkeit im Haus für diesen Schadensfall nur eine untergeordnete Rolle.

Seit der Einführung der Energieeinsparverordnung von 2002 (EnEV2002) ist die Dichtheit einer Gebäudehülle gesetzlich festgelegt. Dem staatlichen Gesetz wirkt im Alltag das Naturgesetz des Wasserdampfsättigungsdrucks entgegen, welches von Bauplanern nicht genug beachtet wird. In ideal gedämmten Gebäuden sind die folgenden drei Bedingungen vorhanden:

  • Eine dichte Gebäudehülle
  • Wassermenge in der Raumluft des Hauses > Wassermenge in der Außenluft
  • Haustemperatur etwa 20°C, Außentemperatur deutlich niedriger

Die Folge dieser drei Bedingungen ist ein leichter Überdruck, der die Raumluft in kleinste (konstruktionsbedingt zulässige) Fugen des Fensters wie das Fensterfalz drückt und Kondensat- und Schimmelpilzbildung auslöst. Je besser der Blow-Door-Test bestanden wird (Messverfahren zur Ermittlung der Luftdichtheit eines Gebäudes), desto stärker ist der Druck und desto höher sind die Kondensat-Ausfälle im Fensterfalz. Eine sehr trockene Raumluft mit nur 35% Luftfeuchtigkeit kann schon zur Kondensat-Bildung im Fensterfalz führen. Das bedeutet: Eine Erhöhung der Lüftung hilft bei diesem Phänomen nicht. Da Druck in einem offenen Raum immer nach oben wirkt, sind in der Regel Fenster der oberen Stockwerke deutlich stärker betroffen als Fenster in den unteren Etagen.

 

Dicke Vorhänge

Schwere, dichte und lange Vorhänge verleihen dem Wohnraum ein gemütlich elegantes Ambiente, schirmen jedoch gleichzeitig den dahinter liegenden Bereich komplett ab, wodurch Schimmelbildung begünstigt wird. Der Raum hinter Vorhängen ist deutlich kühler als der Rest des Wohnbereichs, sodass warme Raumluft hier genügend kalte Stellen zur Kondensation findet. Alte und undichte Fenster verstärken die Kondensat Bildung in diesem Bereich erheblich. Die Länge und Dichte der Vorhänge erschwert zudem die Luftzirkulation in dem dahinter liegenden Bereich und verhindert, dass die Stellen ausreichend trocknen.

 

Schmutz

Die meisten Menschen denken erst an das Fenster putzen, wenn man Schwierigkeiten hat durch sie hindurch zu blicken. Die Bildung und das Wachstum von Schimmelpilzen wird durch Staub, Schmutz- und Spinnwebenablagerungen begünstigt. Ein verunreinigtes Fenster bietet dem Schimmel eine optimale Nährstoffgrundlage. Wird das Fenster zudem nur selten geputzt, dann wird die Schimmelbildung gefördert. Da Fenster meist nur zu einer bestimmten Jahreszeit geputzt werden, kann der Schimmel für eine sehr lange Zeit ungestört wachsen und sich ausbreiten.

 

Zimmerpflanzen

Fakt ist, dass nahezu alle Pflanzenarten positiv das Raumklima beeinflussen. Zimmerpflanzen entziehen der Raumluft Kohlendioxid, sodass der relative Sauerstoffanteil in der Luft steigt. Auch nachts, wenn die Photosynthese eingestellt ist und die Pflanze Sauerstoff und Kohlendioxid aufnimmt ist die Sauerstoffbilanz dennoch positiv. Einige Pflanzen sind sogar zusätzlich in der Lage, Schadstoffe zu filtern. Zimmerpflanzen erhöhen jedoch auch die Luftfeuchtigkeit im Raum. Sie geben fast über 90% des Wassers, mit dem sie gegossen werden, wieder über winzige Öffnungen in der Oberhaut der Pflanzenblätter ab. Da Zimmerpflanzen meist auf Fensterbänken bzw. in der Nähe des Fensters aufgestellt werden kann sich in diesem, bereits schimmelgefährdeten, Bereich die Luftfeuchtigkeit so erhöhen, dass Kondensatbildung an den Fenstern die Folge ist. Da der Boden der Pflanzen immer Schimmelsporen enthält ist das Risiko eines Schimmelbefalls am Fenster stark erhöht.

 

Schimmel am Fenster entfernen – Was tun bei Schimmel am Fenster?

Schimmel am Fensterglas oder Fensterrahmen kann laut Umweltbundesamt in die Kategorie „Schimmel auf glatten Oberflächen“ eingeordnet werden. Folgendes Vorgehen wird bei einem Schimmelbefall am Fenster empfohlen:

 

Ethylalkohol

Zunächst sollten die schimmelinfizierten Stellen am Fenster mit Lappen und Haushaltsreiniger abgewaschen werden. Anschließend wird die Stelle mit 70-80 %-igem Ethylalkohol unter Beachtung der Brand- und Explosionsgefahr (Verwendung kleiner Mengen, nicht rauchen, gut lüften, kein offenes Feuer) sowie der Anforderungen des Arbeitsschutzes (Schutzhandschuhe, Mundschutz, Schutzbrille, evtl. Einwegoverall) behandelt. Da der Fensterrahmen als glatte Fläche gilt, können Sie Ethylalkohol auch für ihn verwenden. Wiederholen Sie die Behandlung innerhalb von 2-3 Tagen mehrmals. Wattestäbchen und alte Zahnbürsten können Ihnen helfen den Schimmel auch aus Ecken und schwerereichbaren Stellen zu entfernen.

 

Essigessenz und Backpulver

Essigessenz kann den Schimmel deutlich schonender vom Fenster entfernen als ein Schimmelentferner mit beispielsweise Chlor. Häufig wird das natürliche Desinfektionsmittel zusammen mit Backpulver verwendet, um verschiedenste Schimmelarten zu behandeln. Diese Kombination entfernt Schimmel ohne unangenehme Gerüche zu hinterlassen.

Füllen Sie Essigkonzentrat in einen Zerstäuber und sprühen Sie ihn auf die Stellen, an denen der Schimmel zu sehen ist. Bestäuben Sie die Stellen anschließend mit Backpulver, damit auch die restlich verbliebenen Sporen aus dem Fenster ausgeschieden werden. Entfernen Sie das Backpulver mit einem ausgespülten Lappen und reinigen Sie mit einem feuchten Tuch alle Flächen und Ecken des Fensters. Wischen Sie jegliche Feuchtigkeit auf dem Fenster mit einem Tuch trocknen.

 

Fensterrahmen aus Holz

Fensterrahmen aus Kunststoff sind wesentlich einfacher zu reinigen als Fensterrahmen aus Holz. Da der Kunststoff keinen guten Nährboden für den Schimmel darstellt, ist ein Schimmelbefall meist nur oberflächlich. Anders sieht es aus bei einem Fensterrahmen aus Holz. Holz bildet als organisches Material einen idealen Schimmelnährboden. Das Mycel des Schimmels kann sehr gut in die Tiefen des Holzes eindringen und dadurch die Entfernung erschweren. Eine Behandlung des Holzes, vernichtet meist nur den oberflächlichen Schimmel.

Der restliche, tiefsitzende Schimmel kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder sein Unwesen treiben.

Reinigen Sie die Oberfläche eines schimmelinfizierten Holzrahmens mit hochprozentigem Ethylalkohol. Lassen sich die Schimmelflecken vollständig entfernen, können die betroffenen Flächen zur Vorbeugung nachträglich mit einem Schimmelentferner auf Chlorbasis behandelt werden. Wiederholen Sie die Behandlung am besten 2-3 mal, um möglichst tief in das Holz vorzudringen. Beachten Sie, dass der chlorhaltige Schimmelentferner aufgrund seiner bleichenden Eigenschaften das Holz verfärben kann. Testen Sie daher den Schimmelentferner vor der Anwendung an einer verdeckten Stelle. Um den Schimmelentferner möglichst tiefenwirksam einzusetzen, sollten Sie ihn mit Auftupfen und Aufdrücken in den Holzfensterrahmen einarbeiten. Achten Sie bei der Arbeit mit chlorhaltigen Mitteln stets auf eine gute Belüftung des Raumes und auf Schutzkleidung. Ist der Schimmel wenige Millimeter in das Holz eingedrungen, muss eine mechanische Bearbeitung des Holzes (schleifen, hobeln etc.) in Betracht gezogen werden. Bei Schimmel im Fensterkitt hilft nur ein Entfernen und Neueinkitten. Schimmel im Fensterfalz kann meist einfach abgewischt werden.

 

Schimmel am Fenster vorbeugen

„Schlechtes Wetter“, „Man kann noch gut durch sie hindurchgucken“, „Es lohnt sich nicht“ – Die Liste an Ausreden, um sich vor dem jährlichen Fensterputz zu drücken bzw. ihn auf unabsehbare Zeit zu verschieben ist lang. Zugegeben Fenster zu putzen ist anstrengend, kommt Schimmel am Fenster hinzu wird die Arbeit noch viel anstrengender. Hier finden Sie hilfreiche Tipps, um den Schimmel von Ihrem Fenster wegzuhalten:

 

Sauberkeit

Kurz und knapp: Halten Sie Ihr Fenster sauber, um Schimmel keinen Nährboden für das Einnisten und Wachstum zu bieten. Für Putzmuffel hier noch ein kleiner Tipp:

Mondkalender – Viele Menschen nutzen einen Mondkalender, um zu ermitteln wann der beste Zeitpunkt zum Fensterputzen ist. Er beruht auf uralten astronomischen Annahmen, wird aber heute noch in vielen Bereichen eingesetzt. So kurios es klingt:  Grundsätzlich gilt, dass Fenster bei abnehmenden Mond einfacher geputzt werden können als bei zunehmendem Mond.

 

Richtig Lüften 

An diesem Tipp kommen Sie nicht vorbei. Nichts beugt Schimmel am Fenster besser vor als das richtige Lüftungs- und Heizverhalten. Stoßlüften Sie Ihre Wohnung drei bis viermal am Tag. Besonders nach Dusch-, Wasch-, und Kochvorgängen sollten Sie eine Stoß- oder Querlüftung durchführen. Die Stoßlüftung sollte im Sommer auf den Morgen und Abend verlegt werden, damit keine feuchtwarme Luft von außen in die kühlen Innenräume gelangt, sich niederschlägt und zu Feuchteschäden führt. Verzichten Sie im Winter auf eine Spaltlüftung, um die Fensterlaibung nicht auszukühlen und Heizkosten zu sparen. Auf eine Spaltlüftung müssen Sie jedoch nicht komplett verzichten. Verschieben Sie diese Art der Lüftung einfach in den Sommer, dann gibt es gegen eine Spaltlüftung nichts einzuwenden. Wenn bei Ihnen eine Fenstersanierung durchgeführt worden ist, dann lassen Sie sich das neue Lüftungskonzept aushändigen. Gesetzlich festgelegt ist, dass die Lüftungskonzepte vom Planer erstellt werden müssen. Ist kein Planer vorhanden, dann ist der ausführende Handwerker für das neue Lüftungskonzept zuständig.

 

Richtig Heizen

Achten Sie darauf, dass Ihre Wohnräume immer mindestens 16-18°C warm verbleiben, sodass weder das Fenster noch das Mauerwerk rund um das Fenster zu sehr auskühlen und sich Kondensat-Ausfälle bilden. Wischen Sie bei beschlagenem Fenster das Kondenswasser ab und lüften sie bei abgedrehter Heizung. Nach dem Lüften können sie wieder heizen.

 

Luftzirkulation

Maximieren Sie die Luftzirkulation im Fensterbereich. Stellen Sie dafür die Fensterbänke nicht mit Deko und Zimmerpflanzen voll. Zu viele Gegenstände reduzieren die in dem Bereich ohnehin schon eingeschränkte Luftzirkulation zusätzlich. Verzichten Sie für eine erhöhte Luftzirkulation auch auf zu lange, schwere und dichte Vorhänge oder ziehen Sie die Vorhänge tagsüber ganz auf.

 

Lüftungsanlage und Außendämmung

Die Maßnahmen zur Verhinderung der Kondensat-Bildung im Fensterfalz sind reine Symptombekämpfungen. Das Phänomen hat wie bereits beschrieben kaum etwas mit der Luftfeuchtigkeit im Raum bzw. mit der Fensterkonstruktion zu tun. Durch das Anbringen von Abdichtungsmaßnahmen am Fenster (innere Überschlagdichtung und Abdichtung der Glashalteleisten) kann der Falz trocken gehalten werden. Das Problem des Wasserdampfsättigungsdrucks in Niedrigenergiehäusern bleibt aber weiterhin bestehen. Die Raumluft wird, da der Falz nunmehr verdichtet ist, in eine andere Öffnung gedrückt. Eventuell ist diese neue Öffnung bei einem Schimmelbefall noch schwieriger zu lokalisieren und zu behandeln. Um den Druck auszugleichen müsste mehr gelüftet werden, als im Alltag realistisch möglich ist.

Sogenannte Fensterfalzlüfter werden seit Jahren eingesetzt, um dem Schimmelproblem entgegenzuwirken. Die dichten Fenster werden durch die Installation „gezielt undicht“ gemacht, um den zum Feuchteschutz notwendigen Mindestluftwechsel zu ermöglichen. Auch bei dem Einsatz von Fensterfalzlüftern muss mehrmals am Tag von Hand gelüftet werden, damit der hygienische Mindestluftwechsel sichergestellt werden kann. Da Fensterfalzlüfter die erwärmte Luft ohne Wärmerückgewinnung nach außen lassen, wird die Gesamtenergiebilanz bei energetischen Gebäuden zudem verschlechtert.

Falls die genannten kleineren Maßnahmen nicht ausreichen, um das Schimmelproblem zu beheben, dann sollte technologische Unterstützung eingeholt werden. Werden mehr als 1/3 aller Fenster während einer Altbausanierung erneuert, dann ist seit Mai 2009 ein Lüftungskonzept und gegebenenfalls die Installation einer Lüftungsanlage erforderlich (DINA 1946-6). Wenn Sie bereits eine Lüftungsanlage haben und Schimmel im Fensterfalz weiterhin auftritt, dann sollte kontrolliert werden, ob die Lüftungsanlage mit Überdruck betrieben wird oder ob sie mit zu geringer Leistung läuft. Eine Lüftungsanlage kann sogar die Energiekosten reduzieren, da sie Wärmeverluste vermeidet, die durch die Fensterlüftung entsteht. Besonders Geräte mit einer Wärmerückgewinnung sind effizient. Sie können bis zu 95% der Wärme aus der Abluft zurückgewinnen und wieder in den Wohnbereich leiten. Damit lassen sich die Heizkosten erheblich senken.

 

Zargendämmung

Die Erneuerung von Fenstern ohne Verbesserung der Außendämmung führt dazu, dass die Wärme durch die Wärmebrücke im Laibungsbereich an den hochisolierenden Fenstern vorbei geleitet wird. An der Außenseite des Rahmens besteht der Wärmeschutz schließlich nur aus wenigen Zentimetern Laibungsmauerwerk. Es kommt also häufig zu Schimmelbildung im Bereich der Fensterrahmen. Eine durchgehende Dämmung der Fensterlaibung, eine sogenannte Zargendämmung, verringert zwar die verglaste Fensteroberfläche, beugt aber Schimmel in der Fensterlaibung erfolgreich vor. Wird die Fensteroberfläche im Zuge der Sanierung ohnehin vergrößert, sollte die Zargendämmung mitberücksichtigt werden. Ist die Isolierung richtig angebracht, entspricht die Temperatur der Außenwände der Lufttemperatur im Raum. Die Luftfeuchtigkeit kann sich nunmehr nicht an Wärmebrücken niederschlagen.

 

Die Fenster der Zukunft

Beim Thema Raumklima spielt das Fenster gemeinsam mit der Heizungsanlage die Hauptrolle. Beide besitzen die Kraft die schädigende Wirkung des Wassers bzw. der Luftfeuchtigkeit auf die Bauteile zu regulieren. Dementsprechend wird an ihnen stets gefeilt, um ihre Funktionalität zu verbessern. Mit hochisolierenden Fenstern ist also die Geschichte des Fensters nicht zu Ende erzählt. Die Forschung arbeitet an „intelligenten“ Modellen, die bei einem ungünstigen Raumklima automatisch lüften und sich, bei zu starker Sonneneinstrahlung, selbst verschatten. Vorangetrieben wird die Forschung, durch die Energieeinsparverordnung EnEV 2014, die einen nahezu energieneutralen Gebäudestand bis zum Jahr 2050 zum Ziel hat. Eine erhöhte Lüftung in sanierten Gebäuden wird dadurch überflüssig. Alle Fenster sollten bis dato mit einer integrierten Lüftungsanlage ausgestattet sein, welche aktiv an der Klimaregulierung beteiligt ist. Bis alle Wohnungen und Häuser damit ausgestattet sind wird noch einige Zeit vergehen. Bis dahin hilft nur das richtige Lüftungs- und Heizverhalten, um die Luftfeuchtigkeit im Wohnbereich zu kontrollieren und zu optimieren.

Schimmel im Keller

Ursachen, Entfernung und Vorbeugung

Schimmel ist eine Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts. Er begann sich zu manifestieren, als mehr und mehr Bewohner ihren Altbau durch Sanierung und Renovierung in neuer Pracht erstrahlen lassen wollten. Das Schimmelproblem beschränkt sich schon lange nicht mehr nur auf den Altbau. Der Verband Privater Bauherren (VPB) schätzt, dass jeder zweite Neubau während der Bauzeit von Schimmel befallen wird. In einem Raum des Hauses wundert sich jedoch kaum ein Bewohner, wenn Schimmel entdeckt wird.

Jeder Hausbewohner kennt sie, diese alten immer feuchten Keller, die leicht muffig riechen und nicht trocken zu kriegen sind. Es rieselt hier ein wenig Farbe, dort platzt ein bisschen Putz auf, und dahinten wächst etwas Unbestimmtes. Allein der Begriff „Keller“ weckt in fast jedem Menschen nur solche negativen Assoziationen.

Feuchtigkeit in alten Kellern ist praktisch ein Normalzustand. Zu Großmutters Zeiten war das kein großes Problem. Schließlich lagerten sie in Ihren Kellern keine Kleidung, Akten oder Spielsachen, sondern die Ernte. Das beweisen unter anderem die Kartoffelkeller, die im ländlichen Raum früher Standard in jedem Haus waren. Kartoffeln, Karotten, Pastinaken, Radieschen und Rettich ließen sich im Keller bei Temperaturen um 5°C und einer Luftfeuchtigkeit um die 90% ideal halten. Heutzutage werden Keller anderweitig genutzt. Schimmel im Keller kann zu Schimmel im gesamten Haus führen.

 

Sonderfall Keller

Die meisten Menschen sind, wenn Sie Schimmel im Keller entdecken, nicht gleich in Alarmbereitschaft versetzt. Schließlich ist dieser Bereich meist nicht bewohnt. Es ist jedoch ein häufiges und ernstzunehmendes Problem. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ein Teil der Kellerwände unter der Erdoberfläche liegt. Hier herrschen andere Umgebungsbedingungen als in Wohnräumen über der Erdoberfläche. Eine Schimmelbildung hier ist insbesondere deshalb gefährlich, weil Schimmelsporen über den Keller ins gesamte Haus getragen werden. Der Grund dafür ist der sogenannte Kamineffekt. Er führt dazu, dass warme Luft im Haus in die oberen Stockwerke aufsteigt und sogar das Dachgeschoss erreicht. Schimmelsporen, Staubmilben und modrige Gerüche können so in die oberen bewohnten Bereiche getragen werden. Herrschen dort gute Bedingungen für das Einnisten und Wachstum der Sporen, verbreitet sich der Schimmel im ganzen Haus.

 

Salpeter im Keller – Verwechslungsgefahr 

Wird ein weißer Belag an Kellerwänden entdeckt, muss es sich nicht zwangsläufig um Schimmel handeln. Salpeter- bzw. Salzausblühungen sehen weißem Schimmel zum Verwechseln ähnlich. Diese Ausblühungen entstehen durch kapillare Feuchtigkeit, welche durch feine Risse und Spalten im Mauerwerk langsam nach oben steigt. Mit dem Wasser dringen auch die Salze aus dem Boden ins Mauerwerk ein. Wenn die Mauer trocknet, kristallisieren sich die Salze an der Wandoberfläche. Diese Salze können als anorganische Elemente natürlich keine Mykotoxine oder muffige Gerüche bilden, da sie jedoch als Salze Feuchtigkeit aus der Luft binden können, begünstigen sie die Entstehung von Schimmel und Hausschwamm. Die Poren im Mauerwerk werden durch die Salzkristalle weiter verengt und behindern die Austrocknung. Die Volumenvergrößerung der Salzkristalle beschädigt zudem Putz und Anstriche. Salzausblühungen sollten als frühe Warnzeichen für Feuchtigkeit im Mauerwerk angesehen werden.

An dieser Stelle ergibt sich natürlich die Frage, wie Salzausblühungen von weißem Schimmel zu unterscheiden sind. Salzausblühungen sind mineralischen Ursprungs, geruchlos und von kristalliner Struktur, während Schimmel organisch ist, modrig riecht und fadenförmig Flächen bedeckt. Löst sich das entdeckte weiße Gebilde beim Kontakt mit Wasser auf, handelt es sich um Salzkristalle. Weißer Schimmel bleibt hingegen auch bei Wasserkontakt unverändert. Findest du einen weißen Belag auf Gipskartonplatten oder auf Holz, kann eine Salzausblühung ausgeschlossen werden. Ähnlich wie Salzausblühungen entstehen auch Kalkauswaschungen. Bauteile mit Kalk werden häufig in Kellern und Garagen verwendet, und können beim Eindringen von Wasser Kalk auswaschen.

 

Ursachen von Schimmel im Keller

Falsches Lüftungs- und Heizverhalten

Kellerräume sind häufig mit sehr kleinen Fenstern versehen, welche den Luftaustausch erschweren. Darüber hinaus besitzen die meisten Keller nur Kippfenster mit niedrigen Öffnungswinkeln oder festverglaste Fenster, wodurch die Lüftung enorm eingeschränkt wird. Kellerfenster mit Dreh-Kipp Funktion (lassen sich ganz öffnen) sind am teuersten und werden aufgrund der Einbruchgefahr nicht oft verwendet. Eine ordentliche Stoßlüftung ist im Keller daher nur schwer durchzuführen. Da der Raum auch im Alltag wenig im Fokus steht, denken viele Bewohner, dass mit einem Fenster in Kippstellung der erforderlichen Kellerlüftung Genüge getan ist.

 

Heißer Sommer – Feuchter Keller

62% der deutschen Bevölkerung sind davon überzeugt, dass ausgiebiges Lüften im Sommer die Schimmelbildung verhindere. Nur 19% wissen, dass auch im Sommer Stoßlüften die richtige Wahl ist. Zugegeben die richtige Antwort ist nicht offensichtlich, denn die Sache mit dem Lüften hat im Sommer einen Haken: Sommerkondensation.

Zwei Punkte müssen zur Erklärung bedacht werden: Im Winter sind teils oder komplett vom Erdboden eingerahmte Keller tendenziell wärmer und im Sommer kühler als die oberirdischen Räume.

Puffer – Je tiefer man in die Erdschichten eindringt, desto wärmer wird es. Besonders Bergleute merken das jeden Tag. An der Erdoberfläche jedoch, also auf den ersten 30 bis 40 Metern, wird die Temperatur vom Wetter bestimmt. Wenn es warm ist nimmt der Boden Wärme auf und wenn es kalt ist, gibt er sie wieder ab. Dies geschieht so langsam, dass es letztendlich immer gleich warm oder kühl ist. Das Erdreich fungiert für den Keller daher wie ein Puffer. Der Keller bleibt also im Sommer angenehm kühl, weil er vom Erdboden umgeben ist.

Im Sommer enthält die Außenluft sehr viel Feuchtigkeit und trifft im Keller dann auf kühle Wände. Es kommt zur Kondensation an der Wand und Schimmel wird begünstigt. Wer also versucht im Sommer den Muff aus dem Keller zu lüften, sollte sich später nicht über noch mehr Muffigkeit plus Schimmelpilzbefall im Keller wundern.

 

Feuchtes Mauerwerk

Eine kaputte oder fehlende Dachrinne an der Wetterseite kann dazu führen, dass das Mauerwerk feucht wird und nicht ordentlich trocknet. Falls Dachrinne oder Fallrohr defekt oder verstopft sind oder Außenwandabstände nicht eingehalten werden, kann Regenwasser ins Außenmauerwerk eindringen und einen Schimmelbefall im Keller begünstigen.

 

Undichtigkeiten und Wasserschäden

Undichtigkeiten in der Kellerwand, defekte Waschmaschinen, Wäschetrockner, geplatzte oder undichte Rohrleitungen können über einen längeren Zeitraum Wasser in den Kellerraum abgeben, ohne dass es bemerkt wird. Warme Raumluft kann auch an schlecht isolierten Kaltwasserleitungen kondensieren und die für den Schimmel benötigte Feuchtigkeit liefern.

 

Wäschetrocknen

Wo findet man in Großstadthäusern schon Platz seine Wäsche zu trocken, wenn nicht im Keller? Zugegeben der Keller ist äußerst praktisch zum Wäsche waschen und trocknen. Bedacht werden muss jedoch, dass Waschmaschine und Wäschetrockner bzw. das Wäsche trocknen im Keller Unmengen an Feuchtigkeit produziert. Denken Sie nur an den Gewichtsunterschied zwischen nasser und trockener Kleidung! Die Feuchtigkeit hat in schlecht gefensterten Kellern kaum Möglichkeiten zu entweichen und schlägt sich an den kalten Kellerwänden nieder.

 

Hoher Grundwasserstand

Das Grundwasser kann vor allem für den Keller zum Problem werden. Häufiger Regen führt zu einem ansteigenden Grundwasserstand. Da im Erdreich ein hoher Druck vorherrscht, ist der Keller für das Eindringen von Wasser besonders anfällig. Wenn das Grundwasser außen hochsteht, dringt es ab einer bestimmten Höhe in den Keller ein mit dem Bestreben sich auszugleichen. Wird das Wasser rausgepumpt kommt es wieder nach. So wird der Kellerboden feucht oder es bilden sich Wasserlachen. Da die Betonsohle in Altbauten meist nur fünf bis sieben Zentimeter dick ist, kann der ständige Druck zu einem Einreißen der Sohle führen.

 

Überschwemmungen

Hochwasser bzw. Überschwemmungen können in unseren Breiten zu allen Jahreszeiten auftreten. Dreck, Schlamm und zerstörter Hausrat sind Hinterlassenschaften des Hochwassers. Auf den durchfeuchteten Wänden wachsen die ersten Schimmelpilze, bevor man überhaupt den gesamten Schaden ins Auge genommen hat. Bei sommerlichen Temperaturen zeigt sich der Schimmel schon nach etwa zwei Wochen.

 

Schlechte Wärmedämmung

Haben Sie schnell kalte Füße, weil der Fußboden so kalt ist? Dann kann es daran liegen, dass ihr Keller nicht beheizt wird und die Kälte durch die ungedämmte Kellerdecke nach oben dringt. Unterirdisch liegende Kellerräume sind zumeist schlecht isoliert. Da im Keller jedoch auch Waschmaschine, Wäschetrockner und Zentralheizung ihren Platz finden, wird viel Feuchtigkeit produziert, welche sich an den kalten Kellerwänden und an der Kellerdecke niederschlägt.

 

Zustellung der Wände

Der Keller wird von den meisten Bewohnern als Aufbewahrungsplatz für Gegenstände genutzt, die nicht mehr oder gerade nicht benötigt werden. Um für Ordnung zu sorgen, werden Kleidung, Bücher und Zeitschriften in Kartons gepackt und nah an die Wand gestellt, um die kleine Kellerfläche möglichst optimal zu nutzen. Dies kühlt die ohnehin kalten Kellerwände zusätzlich ab und verringert an den Stellen die Luftzirkulation, sodass sich hinter den Kartons Feuchtigkeit ansammelt, welche den Schimmel bestens gedeihen lässt. Hinzu kommt, dass der Schimmel auch auf den Kartons bzw. der Kleidung einen perfekten Nährboden findet. Werden die Kartons flächig auf den kalten, meist nassen Boden gestellt, kann sich Schimmel auch an den Unterseiten der Kartons bilden und den Kartoninhalt befallen.

 

Schimmel im Keller entfernen

Bevor Sie mit der Schimmelbehandlung beginnen, achten Sie auf alle Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Schimmel:

  • Schimmelpilze nicht mit bloßen Händen berühren – Schutzhandschuhe!
  • Schimmelsporen nicht einatmen – Mundschutz!
  • Schimmelsporen nicht in die Augen gelangen lassen – Schutzbrille!
  • Nach der Schimmelpilzbehandlung duschen und Kleidung waschen, falls kein Einwegoverall getragen wurde.

Entfernen Sie Schimmel im Keller nur selbstständig, wenn die schimmelbefallene Fläche weniger als 0,5 m2 Fläche beträgt. Vergewissern Sie sich, dass der Kellerraum vor der Behandlung ausreichend belüftet ist. Da Keller meist kleine oder fest verglaste Fenster haben, muss eine zusätzliche Belüftung sichergestellt werden. Öffnen Sie dafür Fenster und nutzen Sie Ventilatoren, um die Belüftung zusätzlich zu verstärken. Entfernen Sie alle nass gewordenen oder schimmelinfizierten Gegenstände wie Pappkartons, Verpackungen oder Zeitschriften und Bücher. Chlor- oder biozidhaltige Schimmelentferner aus dem Baumarkt können den Schimmel nicht nur effizient entfernen, sondern haben oft auch eine schimmelvorbeugende Wirkung. Alternativ können Sie auch auf Hausmittel zurückgreifen. Hier sind zwei Hausmittel, die sich im Kampf gegen den Schimmel bewährt haben:

 

Hochprozentiger Alkohol (70%)

Schimmel lässt sich mit hochprozentigem Alkohol gut behandeln. Tränken Sie dafür einen Lappen mit dem Alkohol und wischen Sie den Schimmel damit ab. Sie können den Alkohol auch in einen Zerstäuber füllen, aufsprühen und für eine kurze Zeit einwirken lassen und anschließend mit einem Papierhandtuch abwischen. Da sich Alkohol schnell verflüchtigt, lohnt sich eine mehrmalige Anwendung.

 

Backpulver

Geben Sie ¼ bis ½ Teelöffel (1-2ml) Backpulver in einen mit Wasser gefüllten Zerstäuber Wasser. Alternativ können Sie eine ½ Tasse (118ml) Backpulver mit einer Tasse Wasser (250ml) und einem Esslöffel Spülmittel vermengen. Geben Sie die Lösung auf die schimmelinfizierten Stellen und lassen das Ganze für einige Zeit einwirken. Bürsten Sie den Bereich anschließend mit einem Lappen und vergewissern Sie sich, dass Sie jeden Spalt und jede Ritze erreichen und nicht nur die unmittelbar sichtbare Oberfläche. Nutzen Sie anschließend ein nasses, sauberes Tuch um die Stellen abzuwischen. Lassen Sie den Keller gut trocknen, nutzen Sie dafür auch einen Ventilator oder gegebenenfalls einen Bautrockner.

Waschen und reinigen Sie alle schimmelbefallenen Gegenstände, die sie nicht entsorgen wollen, bevor Sie sie wieder im Keller lagern.

 

Schimmel im Keller vorbeugen

Solange die Ursachen nicht eliminiert werden, wird den Schimmel nichts von seiner Rückkehr abhalten. Das Human Ecology Magazin berichtet, dass sogar toter Schimmel Allergien auslösen kann und mikroskopisch kleinste Sporen, welche nicht komplett entfernt worden sind, für Jahre inaktiv sein können, bis sie wieder Umweltbedingungen finden, in denen sie wieder wachsen können. Vorbeugung ist daher das entscheidende Stichwort. Kontrollieren Sie in regelmäßigen Abständen Ihren Keller auf Undichtigkeiten und Dachrinne und Fallrohr auf Laubverstopfungen. Sorgen Sie dafür, dass im Keller verlegte Leitungen gut isoliert sind. Mit den folgenden Tipps können Sie noch effizienter Schimmel vorbeugen.

 

Richtiges Lüften:

Dieser Punkt überrascht zwar niemanden aber scrollen Sie dennoch nicht weiter! Im Keller herrschen andere Bedingungen als im Rest des Hauses, dementsprechend muss das Lüftungs- und Heizverhalten auch angepasst werden. Zur Erinnerung: Im Winter sind teils oder komplett vom Erdboden eingerahmte Keller tendenziell wärmer und im Sommer kühler als die oberirdischen Räume. Diese Fakten müssen für das richtige Lüftungs- und Heizverhalten berücksichtigt werden.

In den Sommermonaten besteht wie bereits angesprochen die Gefahr der Sommerkondensation. Lüften Sie daher nur wenn die Außentemperatur mindestens 5°C unter der Kellertemperatur liegt, dies ist im Sommer meist frühmorgens und spätabends der Fall. Falls aufgrund von Hitzerekorden auch dann die Temperaturen draußen höher sind, lohnt es sich den Keller aufzuheizen, damit die Raumluft viel Feuchtigkeit aufnehmen und – aufgrund des nun existierenden Temperaturgefälles (Thermophorese!) – abtransportieren kann. Die Außenluft sollte dabei auch trockener sein als drinnen. Nutzen Sie einen Thermo-Hygrometer um die Faktoren Luftfeuchtigkeit und Temperatur zuverlässig zu messen.

Tipp: Falls Sie kein Instrument zur Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmessung zur Verfügung haben, können Sie auch eine im Keller gelagerte Flasche nutzen. Beschlägt die Flasche an der Außenluft, dann darf der Keller nicht gelüftet werden.

Die Kellerlüftung verläuft im Winter wesentlich entspannter. Sie kann zu jeder beliebigen Tageszeit durchgeführt werden. In den Wintermonaten ist es im Keller wärmer als draußen. Dies ist die ideale Voraussetzung, um den Keller zu lüften und gut auszutrocknen. Stoß- oder Querlüften Sie 2-3-mal am Tag für 5 Minuten. Verzichten Sie am besten ganz auf eine Kipplüftung im Winter, um die Fensterlaibungen nicht zu sehr auszukühlen. Falls in Ihrem Keller auch Waschmaschine, Wäschetrockner und Zentralheizung ihren Platz finden, können Sie den Raum auch ein wenig aufheizen, damit die Raumluft vor der Lüftung viel Feuchtigkeit aufnehmen kann.

 

Wandabstand

Achten Sie beim Einräumen des Kellers mit Kartons und Kisten auf einen Abstand zum Boden und vor allem zu den Kellerwänden. Regale sollten mit einem Abstand von mindestens 5-10 Zentimetern zur Außenwand angebracht werden. Stapeln Sie Kartons nicht unmittelbar auf dem Boden, sondern stellen Sie sie auf Holzleisten oder einen Podest.

 

Luftentfeuchter

Luftentfeuchter können die Luftfeuchtigkeit im Raum deutlich senken und das Schimmelrisiko reduzieren. Der bekannteste Luftentfeuchter-Typ ist der Kondensationsentfeuchter. Er saugt im ersten Schritt die Raumluft durch Sauglüfter ein und bringt es zum Taupunkt, sodass die enthaltene Feuchtigkeit kondensiert. Anschließend wird die trockene Luft erhitzt, damit sie wieder Luftfeuchtigkeit aufnehmen kann und der Raumluft zugeführt. Ein Luftentfeuchter im Keller ist besonders praktisch, wenn Wäsche im Keller gewaschen und getrocknet wird

 

Richtige Planung

Der Keller ist bekanntlich das Problemkind des Hauses. Viele Hausbauer sind sich daher nicht sicher, ob Sie überhaupt einen Keller einplanen sollen. Späteren Schimmel- oder Feuchtigkeitsproblemen im Keller können Sie jedoch mit der richtigen Planung gut vorbeugen.

Schwarze Wanne

Manche Baustoffe, die heute noch Verwendung finden, sind sehr alt. Bereits zwischen 5000 und 4000 v.Chr. verwendeten jungsteinzeitliche Schiffsbauer in Mesopotamien Bitumen, um ihre aus Schilf gefertigten Boote wasserdicht zu halten. Bei Bitumen handelt es sich um ein Kohlenwasserstoffgemisch, das aus Erdöl gewonnen wird oder auch als sogenannter Naturasphalt an der Erdoberfläche vorkommt. Die schwarze Wanne bezeichnet eine vollflächige Dichtungshaut meist auf Basis von Bitumenbaustoffen. Bitumen ist wasserundurchlässig und hat vielfältige Verarbeitungsmöglichkeiten. Auch eine nachträglich sanierte schwarze Wanne schützt Ihr Haus zuverlässig für mindestens 40 Jahre und mehr.

Weiße Wanne

Die weiße Wanne setzt sich aus wasserundurchlässigen Betonteilen (WU-Beton) und Abdichtungen zusammen. Untersuchungen haben gezeigt, dass drückendes Wasser in den WU- Beton nicht mehr als 7 cm eindringt. Der Feuchtetransport in die Innenräume wird dadurch unterbunden. Ein weiterer Vorteil ist ihre Langlebigkeit. Die Lebensdauer von WU-Beton wird auf 60-80 Jahre geschätzt. Damit die weiße Wanne ihre Eigenschaften komplett ausfalten kann, muss sie korrekt konstruiert werden.

Kellerdämmung

Mit einer Kellerdämmung können Sie nicht nur das Schimmelrisiko minimieren, sondern auch Heizkosten senken. Schließlich tragen Kellerwände und Kellerdecken enorm zu den Energieverlusten des Hauses bei. Das Dämmen der äußeren Kellerwände und die Wärmedämmung unterhalb der Bodenplatte wird als Perimeterdämmung bezeichnet und stellt beim Neubau kein Problem dar. Eine nachträgliche Sanierung eines Altbaus ist hingegen mit hohen Kosten verbunden. Eine Innendämmung ist eine Alternative, wenn eine Dämmung von außen nicht in Frage kommt. Entscheiden Sie zunächst, für welchen Zweck Sie Ihren Keller nutzen wollen. Ein Nutzkeller benötigt eine andere Art der Dämmung als ein beheizter Wohnraum. Um Schimmel im Keller effektiv vorzubeugen, sollten Sie Kellerwände und Kellerboden gleichermaßen dämmen.

Multifunktional

Nehmen Sie Feuchtigkeit und Schimmel im Keller nicht als Normalzustand hin. Vorbei sind die Zeiten in denen der Keller nur als Waschküche genutzt wurde oder als Aufbewahrungsort von ungewollten Gegenständen galt. Ob Arbeitszimmer, Sauna, Fitness- oder Hobbyraum – egal was Sie mit Ihrem Keller anstellen wollen, achten Sie auf unsere Tipps, damit Sie ihn immer schimmelfrei nutzen können.